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Chronik 1972 - 1976

Das Jahr 1972 stand dann auch für unseren  Verein mehr oder weniger im Zeichen der 750-Jahr-Feier der Stadt  Bocholt. Aus diesem Anlass fand unter Beteiligung aller Bocholter Schützenvereine eine gemeinsames Schützenfest mit Ermittlung eines Stadtkönigs und einem prächtig gestalteten Festumzug in einem entsprechend würdigem Rahmen statt. Zum Gelingen der einzelnen Abendveranstaltungen trugen weltbekannte Tanz- und Unterhaltungskapellen bei und bescherten den Beteiligten unvergessene Stunden.

Dieses für Bocholt und Umgebung besondere Ereignis, bei dem im übrigen untereinander viele freundschaftliche Beziehungen geknüpft wurden,  hinderte die verschiedenen Schützenvereine jedoch nicht daran, auch ihr eigenes, internes Fest zu feiern.

Unsere diesjährige Veranstaltung erfuhr insofern eine Änderung, als nach nunmehr 3 Jahren mühevoller Eigenarbeit das Festzelt wieder an einen Wirt vergeben wurde. Somit war den treuen Helfern, bei denen es sich zum grössten Teil immer um die Gleichen gehandelt hatte, wieder Gelegenheit gegeben, die schönen Tage in ‘€žvollen Zügen’ zu geniessen.

Das Biwak wurde  jedoch weiterhin vom Vorstand selbst gestaltet. Aufgrund dieser Tatsache entfiel auch das bisherige Mitarbeiterfest. Da für die Mitglieder des gesamten Vorstandes die Festlichkeiten nach wie vor jedoch nur zu einem  geringen Teil mit Vergnügen verbunden war, wurde für die und ihre Frauen als kleiner Ausgleich ein sogenanntes Vorstandsfest im Vereinslokal  arrangiert, bei dem es sehr gemütlich zuging.

Die  Generalversammlung am 14. Januar 1973 beschloss den langjährigen  Jahresbeitrag von DM 6,-- auf DM 12,-- zu erhöhen. Allgemein gestiegene Kosten zwangen zu dieser Massnahme.

Im Jahr 1973 fand das Schützenfest erstmalig am Pfingstwochenende statt. Dieser Termin ist seitdem nicht mehr aus  unserem Veranstaltungskalender wegzudenken. Das herrliche Wetter, das in seiner Grösse (1050 qm) und in seiner fast quadratischen Form selten  schöne Festzelt, die bekannten Tanzkapellen ‘The Antonius Brothers’ und ‘Charly and the Stars’, der bestens besetzte Thron und die grosse  Begeisterung der vielen, vielen Gäste, gaben diesem Fest einen besonderen Glanz. Der Krönungsball am Montagabend wurde noch dadurch hervorgehoben, dass hierzu Abordnungen der befreundeten Schützenverein Feldmark-West, Mussum, St. Antonius, St. Stephanus und St. Michael  Hohenhorst mit Damen sowie der komplette Stadtthron und das Karnevals-Prinzenpaar erschienen waren.

Die Vorstandsmitglieder wurden dann noch für den anstrengenden Einsatz an den Festtagen mit  einer eintägigen Fahrt ins ‘Blaue’ belohnt, die am 15. September mit den Ehefrauen nach einer kombinierten Bus- und Bootsfahrt nach St. Goar am  Rhein führte. Zur Finanzierung dieser Reise hatte der Erlös eines  Preisschiessens in der österlichen Zeit beigetragen.

Kassenführer Leo Meteling beantragte die Ausstellung von Mitgliedsausweisen, die bei den Veranstaltungen von den Mitgliedern  mitzuführen sind.

Die Vorbereitungen für die 50-Jahrfeier im Jahr 1974 liefen bereits auf vollen Touren. Die Vorstandsmitglieder  Helmut Pfaff und Hans Willemsen sind an dieser Stelle ganz besonders zu  erwähnen, die mit viel Arbeit und hohem Zeitaufwand die vorhergehende Chronik erstellten und dafür sorgten, dass mit Unterstützung der  örtlichen Wirtschaft eine Festschrift erstellt werden konnte.

Das Jubiläumsfest war für den 25. 27. Mai 1974 festgelegt worden. In diesem Jahr zählte der Verein 318 treue Mitglieder, wovon inzwischen schon 43 im Rentenalter waren. Wohl waren die Vorbereitungsarbeiten, die seit sechs Monaten andauerten, recht gross, doch wurden die Organisatoren dieses Festes für die Mühen reichlich entschädigt, denn  das Jubelfest war eine runde Sache und dürfte wohl alle zufriedengestellt haben.

Das Festprogramm begann am Samstag mit dem Antreten der Kompanien am Vereinslokal ‘Zur Glocke’. Anschliessend marschierten rund 200 Schützen zum Vogelschiessen. Mit Spannung wartete  man darauf, wer wohl Nachfolger von König Werner Wolters werden würde,  der bis dahin noch die Regentschaft über die Morssenhooker Schützen  ausübte.

Bevor die Schützen um die Königswürde wetteifern konnten, gab Oberbürgermeister Günter Hochgartz den Ehrenschuss ab.  Nachdem Werner Paus (Kopf), Egon Liebrand (rechter Flügel), Manfred  Borkus (Krone), Erich Kempkes (Apfel) und Heinz Telaar (Zepter) mit wohlgezielten Schüssen den hölzernen Vogel seiner Bestandteile berauben  konnten, schoss Ernst Frentzel mit einem gezielten Schuss den Rest des Vogels von der Stange und wurde somit neuer Schützenkönig im Jubiläumsjahr des Schützenvereins.

Damit war der erste  Höhepunkt des Jubelfestes erreicht. Am Nachmittag trafen sich die Schützen zum zweiten Male am Vereinslokal, wo dann das traditionelle Königsfass zum Ausschank gelangte. Es folgte anschliessend ein Festumzug, der über die Heide bis hin zum neuen Sportplatz von TuB Mussum führte.  Dort angelangt, proklamierte der 1. Schriftführer Helmut Mielke unter lautem Jubel der Schützen Ernst Frentzel als den neuen König. Dieser Festakt endete mit einem Vorbeimarsch und dem Ausschwenken des Spielmannszuges. Am Abend traf man sich zum grossen Festball, der von den „Antonius Brother" musikalisch umrahmt wurde.

Nach dem Frühschoppenkonzert am Sonntag mir ‘Charly and the stars’ fanden sich  die Morssenhooker Schützen am Nachmittag wieder am Vereinslokal ein, wo auch die Abordnungen der benachbarten Schützenvereine empfangen wurden.  Insgesamt erschienen zu diesem Schützentreff 230 Vorstandsmitglieder, Offiziere und Angehörige der Spielmannszüge. Der Festumzug der Morssenhooker mit 1. und 2. Kompanie sowie Spielmannszug, der dann durch verschiedene Strassen von Mussum und des südlichen Bocholter  Stadtgebietes zog, war recht imposant und dürfte eine Gesamtlänge von 1,5 km gemessen haben.

An diesem Festumzug beteiligten sich Abordnungen folgender Vereine:
St. Antonius mit Fahnenschwenkergruppe, St. Bernhard, Lowick, Ss. Ewaldi, Biemenhorst mit Spielmannszug,
Feldmark-West mit Spielmannszug, Mussum mit Spielmannszug, St. Michael Hohenhorst, St. Stephanus.

Am Abend des zweiten Festtages fand im geräumigen Festzelt der grosse  offizielle Krönungsball statt. Als Ehrengäste konnten wir den Oberbürgermeister Günther Hochgartz, den stellvertretenden Bürgermeister des Amtes Liedern-Werth, Rudi Vos, Amtsdirektor Karl-Heinz Schwarberg sowie Delegationen von sieben benachbarten Schützenvereinen willkommen heissen.

Im Mittelpunkt des dritten und letzten Festtages stand das Kaiserschiessen, dass am Festzelt vor den Augen zahlreichen  Schaulustiger stattfand. An diesem Wettbewerb nahmen 23 von 25 noch  lebenden Schützenkönigen teil. Ältester Ex-Monarch war mit 65 Lenzen  Heinrich Hülsken, der 42 Jahre zuvor die Königswürde errungen hatte.
Dieses Schiessen wurde wie in alten Zeiten mit einer Armbrust  durchgeführt. Die Kaiserwürde hing von einem Runkelrüben-Vogel ab, der  sich als recht hartnäckig erwies. Während dieses Kaiserschiessens fand im Festzelt mit den ‘Antonius Brothers’ ein Frühschoppenkonzert statt.  Ferner wurde für die Frauen und Kinder der Mitglieder ein bunter Nachmittag veranstaltet, wobei kostenlos Kaffee und Kuchen serviert  wurden und einige Überraschungen fällig waren. Nach harten Ringen gelang es unserem Major Josef Wissen, mit einem gezielten Schuss die Reste von der Vogelstange zu holen und erster Kaiser im Morssenhook zu werden.

Die Feierlichkeiten aus Anlass des 50-jährigen Bestehens endeten am  Pfingstmontag mit einem Festball und einer Jubilarehrung. 1.  Vorsitzender Werner Tekaat zeichnete hierbei die Goldjubilare Hermann  Kempkes, Johann Klein-Hitpass, Heinrich Kruse, Josef Kruse, Johann Menk,  Johann Niedecker, Heinrich Nienhaus, Bernhard Paus, Wilhelm Paus und  Heinrich Rottstegge mit einer Ehrenurkunde aus.

Zu Beginn des  Jahres 1975 wurde die Neubeschaffung einzelner Uniformteile beschlossen. Sämtliche Offiziere erhielten Federn auf den Schützenhüten und Kordeln  an den Schützenjacken. Die Schulter bzw. Rangabzeichen wurden denen der Bundeswehr angepasst. Hierfür zeichneten Major Karl-Heinz Punsmann und Leutnant Karl-Heinz Kempkes verantwortlich.

Zur  Jahreshauptversammlung trat Werner Tekaat aus gesundheitlichen Gründen  von seinem Amt als 1. Vorsitzender zurück. Als sein Nachfolger wurde der bisherige 1. Schriftführer Helmut Mielke gewählt.
Leider war eine seiner ersten Amtshandlungen ein trauriger Anlass.  Gründungsmitglied und ehemaliger Vereinswirt Heinrich Kruse verstarb am 5. April 1975. Eine gebührende Abordnung nahm an der Beisetzung teil.

Am 9. September feierte unser Ehrenoberst Josef Wissen seinen 70.  Geburtstag. Hierzu hatte er den Spielmannszug und den Gesamtvorstand mit Frauen eingeladen. Es wurde ein gelungenes Fest und seine Gäste denken  noch heute gerne an diesen Tag zurück.
Am 24. Januar 1976 feierte der Spielmannzug sein 25-jähriges Bestehen. Der Schützenverein war hierzu eingeladen und gratulierte zum Jubiläum.
Thron 1976Zur Jahreshauptversammlung am 1. Februar wurde Karl-Heinz Wehning als junger Mann in die Reihen des  geschäftsführenden Vorstands gewählt. Mit ihm wurde auch für den Schützenverein das Informationszeitalter eingeläutet. Alle Mitglieder  wurden von nun an EDV-mässig geführt und nach und nach Einladungen, Schriftverkehr etc. mittels Computer erstellt.

Der gesamte  Vorstand mit Spielmannszug war beim grossen Festumzug aus Anlass des 125-jährigen Stiftungsfestes der Schützengilde St. Michel Hohenhorst,  anwesend. Der Schützenverein erntete besonderen Dank für sein exaktes  und diszipliniertes Verhalten während des Umzuges und des Vorbeimarsches am Königsthron.

Nach vielen Jahren wurde unsere  Biwakveranstaltung von €žHaltermann’s Wälleken’ auf das Gehöft Nakotte verlegt. Hier bot sich die Möglichkeit eine Scheune in Anspruch zu nehmen, um bei schlechtem Wetter das Fest variabler gestalten zu können.

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