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Chronik 1960 - 1971

Das Jahr 1960 brachte bezüglich des Schützenfestes eine Neuerung, die sich von Beginn an als glückliche Lösung erwies. Nach einigen Jahren des Zögerns hatte man sich nun entschlossen, Festball und auch das Vogelschiessen an einem gemeinsamen Ort, in bzw. an einem bei der  Gaststätte unseres Schützenbruders Gerhard Tekaat aufgebauten 550 qm  grossem Zelt durchzuführen. Da auch der Wettergott es besonders gut  meinte, herrschte rundum eine Begeisterung, die es einfach nicht zuliess, für die Zukunft evtl. wieder an eine geänderte Form der Gestaltung zu  denken.
Zu erwähnen wäre aus diesem Jahr weiter das 50-jährige Jubiläum unseres Nachbarvereins aus Mussum. Es war natürlich Ehrensache, dass sich unser Schützenverein mit grossem Anhang an dieser Festveranstaltung mit Umzug durch Mussum beteiligte.

Bei  Schützenfest 1961 wurden die Feierlichkeiten zum ersten Mal auf 3 Tage  ausgedehnt. Der Montagabend wurde als eine interne Veranstaltung für die eigentliche Schützenfamilie in das alljährliche Programm aufgenommen.  Dieser Abend wurde fast immer zu einer gemütlichen Angelegenheit, bei der auch noch mehrere Jahre der besonders bei den älteren Telnehmern sehr beliebte ‘Kunterdanz’ zu seinem Recht kam.

Der Festumzug  am Schützenfest-Sonntag wurde aus Anlass des 10-jährigen Bestehens  unseres Spielmannszuges zu einem Ereignis besonderer Art. Neben den  zahlreichen Schützenbrüdern und der bekannten Musikkapelle Giessing sorgten 5 Trommlerkorps und die St. Antonius-Fahnenschwenkergruppe für ein äusserst prächtiges Bild.

Die Jahre 1962 bis 1967 wurden dann ohne besondere herausragende Ereignisse absolviert. Die festgelegten Veranstaltungen wurden programmgemäss und in harmonischer Weise durchgeführt, die Aufwärtsentwicklung hielt weiterhin an und die Finanzlage war allgemein zufriedenstellend.

Zu erwähnen sind aus dieser Zeit der Ordnung halber vielleicht die folgenden Tatsachen:Königspaar 1964
Ab 1962 wurde die Fastnachtsfeier in der Gastwirtschaft ‘Zur Glocke," veranstaltet. Das früher beliebte Wurstaufholen wurde aus verschiedenen  Gründen aufgegeben.
1963/64 wurden den Mitgliedern die neuen Vereinsnadeln ausgehändigt mit der Auflage, diese ab sofort bei allen  Veranstaltungen sichtbar zu tragen. Ausserdem wurde beim Schützenfest 1964 eine grosse öffentliche Jubilarehrung mit Überreichung einer Ehrennadel in Gold oder Silber vorgenommen, da inzwischen 15 Mitglieder auf eine 40-jährige und weitere 33 Mitglieder auf eine 25-jährige Zugehörigkeit zu unserem Schützenverein zurückblicken konnten.

Im Jahre 1965 bestieg unser langjähriger 1. Vorsitzender Josef Meteling zum zweiten Mal den Königsthron.

Beim Schützenfest wurde nunmehr auch am Sonntagmorgen ein offizielles Frühschoppenkonzert im Zelt dargeboten.

Die Räumlichkeiten im Vereinslokal ‘Mussumer Krug’ reichten im Jahre  1966 bei der stark angestiegenen Mitgliederzahl bei weitem nicht mehr aus, so dass der Beschluss gefasst wurde, ab sofort die Generalversammlung im Saal der Gaststätte ‘Zur Glocke,’" abzuhalten.

1967 gab unsere beliebte Hauskapelle Giessing, die uns fast zwei Jahrzehnte mit ihrem Spiel erfreut hatte, ihre mit viel Beifall  begleitete Schützenfest-Abschiedsvorstellung.

In den Jahren  1968 und 1969 vollzog sich dann innerhalb unseres Vereins ein Wandel auf mancherlei Gebieten, der wieder eine etwas ausführlichere Berichterstattung notwendig macht.

Das Schützenfest im  Morssenhook war mehr und mehr zu einem echten Volksfest im Süden  Bocholts geworden und der Andrang der Bevölkerung aus nah und fern wurde von Jahr zu Jahr grösser.

Diese Tatsache machte es erforderlich, sich der Organisation mit noch grösserer Sorgfalt zu widmen und dem Fest einen dementsprechenden Rahmen zu verleihen. Die ersten  Ergebnisse zeigten sich darin, dass die Zeltfläche weiter ausgedehnt  wurde und mit der engagierten St. Antonius-Kapelle der vielfache Wunsch  nach dieser weithin bekannten und vielseitigen Musikgruppe seine  Erfüllung fand. Der Erfolg im Jahre 1968 bewies den Verantwortlichen die Richtigkeit ihres Handels.

Zusammen mit dem Spielmannszug unternahm dann der Vorstand ferner in diesem Jahr den Versuch, in  eigener Regie und Verantwortung mit dem Gedanken an eine Stärkung der  Finanzkraft beider Teile, einen Biwak aufzuziehen. Es wurde in  ‘Haltermann's Wälleken,’" ein idealer Platz für diesen Zweck gefunden und  mit viel Mühe den Erfordernissen entsprechend hergerichtet. Die weiteren  umfangreichen Vorbereitungen waren zum Teil noch in vollem Gange, als sich am Samstag, dem 14. September um 9.30 Uhr die Schützenfamilie an  ‘Haltermann's Kreuz’ einfand, um dem Feldgottesdienst, der diesen Tag einleitete, beizuwohnen. Während dieser feierlichen Stunde wurde von zwei Vorstandsmitgliedern am Ehrenmal in Mussum ein Kranz niedergelegt. Anschliessend nahm dann ein geselliges Lagerleben seinen Anfang. Die St.  Antonius Kapelle und unser Spielmannszug, Gerstensaft und scharfe Sachen, Doppelkopf und Skat, kräftige Erbsensuppe aus einer  Gulaschkanone zur Mittagszeit sowie Humor und gute Laune der Beteiligten trugen dazu bei, dass schon bald eine Bombenstimmung herrschte. Am  Nachmittag, auf dem Höhepunkt diesen lustigen Treibens, kam es dann leider zum Abbruch, da der Himmel seine Schleusen auf einmal weit  geöffnet hatte. Trotzdem war die Begeisterung nachher überall sehr gross und trug damit dazu bei, dass auch dieses Fest seitdem jedes Jahr einen festen Platz in unserem Veranstaltungskalender erhielt.
Zu erwähnen ist bei dieser Gelegenheit noch, dass der Feldgottesdienst beim Biwak den bisher traditionellen Kirchgang ablöste.

Auf der Generalversammlung am 8. Februar 1969 sprachen sich die  Anwesenden dafür aus, das Vereinslokal wegen der günstigeren  Möglichkeiten offiziell in die Gaststätte ‘Zur Glocke’ zu verlegen.  Gleichzeitig wurden die bisher festgelegten Grenzen für Neuaufnahmen  aufgehoben, so dass nunmehr Bürger aus ganz Bocholt und der näheren  Umgebung die Möglichkeit gegeben wurde, Mitglied im Schützenverein Morssenhook zu werden.

Königspaar 1969Aufgrund des guten Verlaufs und des  finanziellen Erfolges der letzten Biwakveranstaltung wurde der Entschluss gefasst, auch das diesjährige Schützenfest in eigener Regie durchzuführen. Dank der tatkräftigen Mitarbeit des Vorstandes, des Spielmannszuges sowie mehrerer Mitglieder wurde ein Erfolg erzielt, der  vorher bei allem Optimismus so nicht vorausgesehen werden konnte. Als Belohnung konnte daher den aktiv Tätigen mit ihren Frauen bzw, Bräuten  anschliessend ein Mitarbeiterfest mit Freibier, Musik und Tanz sowie einigen kleinen Überraschungen geboten werden, bei dem die Stimmung nicht lange auf sich warten liess.

Sein fortgeschrittenes Alter veranlasste in diesem Jahr unseren langjährigen 1. Vorsitzenden Josef Meteling dazu, das verantwortliche Amt zur Verfügung zu stellen und in jüngere Hände zu geben. Nicht weniger als 32 Jahre hatte er den Verein mit viel Geschick durch alle Höhen und Tiefen geführt. Für seinen  selbstlosen Einsatz wurden ihm auf einer ausserordentlichen Versammlung  viele Worte des Dankes ausgesprochen und als Erinnerung ein Bild  überreicht, ferner wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Der neu gewählte geschäftsführende Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:

1. Vorsitzender Werner Tekaat, 2. Vorsitzender Josef Klein-Schmeink,
1. Kassenführer Leo Meteling, 2. Kassenführer Herbert Terwege,
1. Schriftführer Hans Sonntag, 2. Schriftführer Gustav Fuest.


Das Biwak in seiner erweiterten Form mit Kinderbelustigung wie zum Beispiel Ponyreiten, Ponyfahrten usw. war auch in diesem Jahr, obwohl die Veranstaltung wegen der unsicheren Wetterlage in der Gaststätte Morssenhook stattfinden musste, ein schöner Erfolg. Die Bilanz der jetzt folgenden Jahre brachte bis zum heutigen  Zeitpunkt für die Vereinsführung die eindeutige Bestätigung, dass man  sich mit dem eingeschlagenen Kurs auf einem richtigen Weg befand. Die steigende Tendenz bei der Mitgliederzahl hielt unverändert an und  erreichte eine nicht erwartete Zahl. Durch die allgemeine Begeisterung  und das gezeigte Vertrauen bestärkt sowie aufgrund der gesunden Finanzlage wurde eine solide Basis geschaffen, die es ermöglichte, die  gestellten Aufgaben zu meistern.

Der Erfolg blieb zwangsläufig  nicht aus und zeigte sich in erster Linie natürlich darin, dass unsere  traditionellen Feste in jedem Jahr eine noch wesentlich grössere Resonanz fanden und zu echten Höhepunkten in unserem Vereinsleben wurden.
Der Spielmannszug gründete in diesem Jahr eine Jugendabteilung.
Aber auch in anderer Beziehung tat sich während dieses Zeitraumes, über den nachstehend kurz informiert werden soll, noch Verschiedenes.

Zunächst brachte die Generalversammlung 1970 die wichtige Entscheidung, den Schützenverein in das Vereinsregister eintragen zu lassen. Dann erlebte das Schützenfest in diesem Jahr mit dem grossen Festumzug durch  die ‘Heide’, der nunmehr jeweils in einem zweijährigen Rhythmus stattfinden sollte, und dem von Beginn an beliebten Frauennachmittag am  Montag, sozusagen zwei Uraufführungen.

Die gesamten Festveranstaltungen wurden, wie auch noch im kommenden Jahr 1971, in eigener Regie und unter Mitwirkung mehrerer freiwilligen Helfer, reibungslos und in schönster Harmonie über die Runden gebracht.
Das  Schützenfest 1971 zeichnete sich noch dadurch aus, dass der Thron vom kompletten Spielmannszug gebildet wurde, der in seiner Geschlossenheit  den Gästen bei den einzelnen Veranstaltungen ein besonders  eindrucksvolles Bild bot. Ausserdem erfolgte in diesem Jahr wieder eine  Jubilarehrung bei der 17 Mitglieder für eine 40-jährige und 2 Mitglieder für eine 25-jährige Zugehörigkeit zum Verein geehrt wurden.

Mit dem Tag der Eintragung in das Vereinsregister beim Amtsgericht Bocholt am 12. Juli 1971 änderte sich dann unser Vereinsname offiziell in

Schützenverein Morssenhook 1924 e.V., Bocholt und Mussum.

Die Voraussetzungen für diese Amtshandlungen wurden zuvor vom  geschäftsführenden Vorstand und einem Notar sowie durch Einreichung überarbeiteter und erweiterter Satzungen geschaffen. Die Satzungen wurden anschliessend gedruckt und allen Mitgliedern in Form eines  handlichen Heftchens zur Verfügung gestellt.

Am 31. August  diesen Jahres wurde unseren älteren Schützenbrüdern, den Rentnern und Invaliden mit ihren Frauen, in Form einer Altenfahrt mit Kaffee und Kuchen, den nötigen alkoholischen Getränken und einigen humoristischen Vorträgen im Lokal „Mutter Busch" noch ein zusätzliches Vergnügen geboten, das grossen Beifall fand.

Nachzutragen aus den beiden  letzten Jahren wäre noch, dass Vorstand, Königspaar und Spielmannszug 1970 beim Nachbarverein Feldmark-West und 1971 beim Schützenverein St. Bernhard, Lowick zum jeweils 150-jährigen Jubelfest eingeladen worden  waren und zur Gestaltung der grossen Festumzüge beitrugen.
Die  Mitglieder im Morssenhook wurden zur Anschaffung von grün-weissen Fahnen  aufgefordert, um bei den Umzügen ein schöneres Strassenbild zu erzielen.  Ferner wurde beschlossen, drei Strassentransparente zu beschaffen, um Gäste auf unsere Festivitäten aufmerksam zu machen. Viele Mitglieder  folgten diesem Aufruf und bis heute werden zu den Schützenfesttagen Fahnen und Transparente ausgehängt.

Das Schützenfest 1971 wurde auf dem ehemaligen Sportplatz von TuB Mussum gefeiert. Hierzu wurde ein 5-Jahresvertrag mit dem Sportverein abgeschlossen, in dem Mietpreis und Wiederinstandsetzung festgelegt wurden. Am 5. Juni 1971 war es dann  wieder so weit. Die Schützen waren in grosser Zahl, frohgelaunt mit Stock und Hut zum Abmarsch angetreten.
Nach einer kleinen Stärkung im Vereinslokal setzte sich der Zug schon bald unter dem Kommando von Major Willi Rickert in Bewegung, vorbei an den durch grün-weisse Fahnen geschmückten Häusern.

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